Die Liebenden



Große Arcanum des Tarot Nr 6 - die Liebenden + Rune Nr. 6 - kaun

Die Nr. 6 im Tarot besaß ursprünglich die Bezeichnung „Entscheidung“ und stellte einen jungen Mann zwischen zwei Frauen dar, für die er sich entscheiden musste. In den modernen Karten wurde daraus ein Liebespaar. Bei Waite kommt noch die Vertreibung aus dem Paradies dazu.
Die kaun-Rune symbolisiert das Können, die Kreativität, aber auch die Zeugung (als schöpferischer Prozess) und Kummer (als die Wahrnehmung der Hemmung von Können und Kreativität).
Das Bildmotiv stammt aus der Edda, dem Sigrdrifomal: Sigurd befreit mit seinem Schwert die Schildmaid Sigrdrifa aus ihrem Bann. Den legte ihr Odin auf, weil sie den falschen Helden sterben lies, stach sie mit dem Schlafdorn und erst die Liebe (auf beiden Seiten) wird sie lösen.
Das Bild:
Zwei kaun-Runen in Verbindung mit Sigrdrifa (nach links gerichtet weist die kaun auf Schmerzen und Kummer) und Sigurd (nach rechts gerichtet weist die kaun auf Können und Kampf). In der Mitte die beiden kaun Runen verbunden - so dass die MannaR-Rune des gemeingermanischen Futhork entsteht (der Mensch in der Gemeinschaft) und dazwischen Odin, als wesenhafter Hintergrund. Die beiden Liebenden dann in der Mitte.
Im spirituellem Zusammenhang beinhaltet der eddische Text einmal die Wahrnehmung , Akzeptanz und Befreiung der weiblichen Aspekte - und andererseits den dadurch entstandenen Reifeprozess: Sigrdrifa unterweist Sigurd anschließend in die Runenkunde, deren Meister wiederum Odin ist



Wunde ist das Weh der Kinder
und eine Geißel
und das Haus verrottendes Fleisches.
Peitsche "König"


Der altisländische Runenvers betont einmal den "Kummer" und Leidensaspekt, aber auch den Kampf (das Haus nach einem Kampf) in seiner negativen Auswirkung. Andeutungsweise schwingt aber das Thema der Liebenden in den Kindern und dem Haus (Familie) mit, die ja die Frucht der Liebe sind.

Thema:
der Mensch in seinen Beziehungen: Kampf, Können, Kummer und Leid

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