Der Teufel / der Gehörnte



Großes Arcanum des Tarot Nr 15 – der Teufel + Rune Nr 15 – madhr

Auf den Tarotkarten kann man in der alten Tradition und der Waite-Linie den Teufel bewundern, wie er zwei Menschen kettet und bindet. In der Crowley-Tradition ist es der Gehörnte (ägyptischer Ziegengott, Pan, Behemoth usw.) Es geht um den Schatten des „Guten Gottes“, um Triebe, Verstrickungen, dunkle Kräfte und Gier. Das ist die christliche Tradition, die nur einen (wahren) Gott kennt und ihm alles Gute, Schöne und Lichte zuordnet. Da es aber auf Erden nicht nur schön, gut und licht ist, muss es eben eine Gegenkraft geben, die unschön, böse und gierig ist.
Zahl: In der modernen Numerologie gilt sie als die Zahl des Schattens, des Dunklen und der Überwindung. Sie ist auch die Zahl des (traditionellen) katholischen Rosenkranzes mit seinen 15 Gebeten (die gegen das Böse schützen sollen). Als Quersumme verweist die 15 auf die 6 – also dem Thema der Sexualität.
Rune: „Dies ist die Rune der Menschheit. Der älteste Name dieser Rune (mannaR), bedeutet Menschheit, nicht nur „Mensch“. Der M – Stab ist ein Symbol für das Geheimnis der Menschheit – das einzige Wesen im Kosmos, das die spirituelle Begabung mit den göttlichen Archetypen des Bewusstseins teilt.“ (E. Thorsson, Nordische Magie)
Bild: In der zentralen madhr – Rune steht ein Mensch mit erhobenen Armen. Eine der ältesten Gebetshaltungen. Der Bereich des Bewusstseins ist licht und aus dem Kopf wachsen zwei Lichtstrahlen (wie dem Mose auf dem Berge Sinai) Die Hagal-Rune ist die „Mutter“ - Rune im skandinavischen Futhork, die alle anderen Runen in sich trägt. Der Körper ist dunkler dargestellt, von einer Schlange umwunden die im Herzbereich wirkt. Im Hinduismus ist es die Kundalini, in der nordischen Mystik die Midgardschlange. Also das reine und grundlegende Lebenspotential in den Lebensprozessen. Die beiden thur-Runen stehen für die reinen Willenskräfte Triebe und Leidenschaften. Die Yr-Raune (gedrehte madhr) wird in der nächsten Karte besprochen und weist auf die Verwurzelung des Menschen hin.
Das Bild zeigt also den Menschen, der aus den anorganischen und organischen Prozessen hinaus wächst und sich seiner spirituellen Kraft bewusst wird.
Im Bezug zum Tarot: Der „Teufel“ im Menschen ist die lichte und eigenständige Kraft, die sich aus dem gebundenen Ego zum eigenständigen Selbstbewusstsein (Ich-Bin) wandeln kann.



Mensch ist die Freude des Menschen
und die Vermehrung des Staubes
und der Schiffe Schmuck.
(Mensch "Großzügiger")


In der ersten Zeile wird das Soziale angesprochen, in der zweiten die Herkunft (im christlichen Sinne - in der europäischen Überlieferung wurden die Menschen aus zwei Bäumen geschaffen) und die dritte die Zielstrebigkeit und Handungsfähigkeit.

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