Die Selig-Preisungen als inner-seelische Bestandsaufnahme
(unter Einbeziehung der germanischen Runen)


SELIG
sind die






geistlich Armen
Leid-Tragenden
Sanft-Mütigen
Hungernden (nach Gerechtigkeit)




Barm-Herzigen
reinen Herzens
Friedvollen
Verfolgten


Im Zusammenhang gelesen sind die Seligpreisungen die Eingangsworte zur Bergpredigt, die kompositorisch innerhalb des Evangeliums der Gesetzgebung Jahwes am Berg Sinai entspricht und die grundlegenden Lehren nicht nur enthält, sondern auch auf die Gesetzgebung des AT Bezug nimmt. Und, was häufig überlesen wird, auf dem Berg sind nur die (engsten) Schüler (Jünger) des Rabbi, so wie auf dem Berg Sinai nur Mose ist. Das Volk befindet sich auch hier "unten am Berg". In spiritueller Sicht ist die Bergpredigt also nicht für "das Volk" gedacht, sondern für die Schüler des Rabbi, dem Nachfolger Jesu und so haben auch die Seligpreisungen ihren Sinn in einer "speziellen Unterweisung" der Nachfolger - und taugen wenig als Missionsaufruf an alle. Sie sind eine "Bestandsaufnahme" dessen, was als seelische Eigenschaften notwendig ist, um den Weg der Nachfolge zu gehen. Die Grundlage ist die erste Seligpreisung, die der Mensch Jesus in der Jordantaufe vollziehen durfte - die Aufnahme der heiligen Geistkraft Gottes.
In meinen Bildern habe ich die Runen des gemeingermanischen Futhork einbezogen um damit (auch) auf die Allgemeingültigkeit der Selig-Preisungen hinzuweisen.


SELIG

das Adjektiv = "wohlgeartet, gut, heilsam, tauglich, gütig" / das Substantiv = "Güte, Glück, Segen, Heil" weist auf innerseelische Wertigkeit und innerseelischen Reichtum hin. "Selig sind..." kann also auch mit "tauglich sind...", "heilsam sind...", oder "wohlgeartet sind..." übersetzt werden. Somit weisen die Preisungen auf die grundlegenden Eigenschaften hin, die vorhanden sein müssen, um die Bergpredigt zu verstehen und zu praktizieren.



A - Die Grundlage:

Die erste Selig-Preisung war für mich immer ein Problemfeld: "geistlich arm", oder "geistig arm" = die Preisung der Dummen? Im folgenden mehrere Übersetzungsmöglichkeiten:

"Selig sind die Armen, denen sogar das Gottvertrauen genommen wurde, denn ihnen gehört Gottes Welt" (Bibel in gerechter Sprache)
"Wie glücklich sind die, die ihre Armut vor Gott erkennen! Ihnen gehört das Reich, das der Himmel regiert" (Neue Evangelische Übersetzung)
"Glücklich sind die, die sich ihrer geistigen Bedürfnisse bewusst sind, da das Königreich der Himmel ihnen gehört" (Neue Welt Übersetzung)
"Begnadet, die als Bettler stehen vor dem Geiste, denn ihrer ist das Reich der Himmel" ((Heinrich Ogilvie)
"Selig die Bettler um Geist, in sich selber finden sie das Reich der Himmel" (Emil Bock)
"Glücklich die aus Geist Armen *, denn ihrer ist das Königtum der Himmel" (Eugen Drewermann)
* "Der Geist von Jahwe ruht auf mir, denn Jahwe hat mich gesalbt" (Jes 61,1) "Denn so spricht der Hohe und Erhabene Gott, der ewig lebt und dessen Name "Der Heilige" ist: "Ich wohne in der Höhe, in unnahbarer Heiligkeit, doch bin ich auch den Zerschlagenen nah, deren Geist niedergedrückt ist, und belebe den Geist dieser Gedemütigten neu, richte das Herz der Zerschlagenen auf" (Jes 57,15)




Tauglich sind, die als Bettler stehen vor dem Geiste
die sich ihrer geistigen Bedürfnisse bewusst sind
in sich selber finden sie das Reich der Himmel

Kommt alles aus der menschlichen Seele - oder ist die menschliche Seele selbst eine Schöpfung und bedarf einer Kraftquelle? Nimmt man den Menschen als psychosomatische Einheit, der aus dem Leib und der Seele besteht in welcher sich der Mensch seiner selbst bewusst wird, so haben wir ein - auf den Menschen bezogenes - einheitliches System. Erlauben wir aber, das die Welt in der wir leben (die mineralische, die pflanzliche, die tierische) selbst eine Schöpfung ist, die aus geistigen Kräften heraus gestaltet wurde und wird, dann sind diese geistigen Kräfte auch Grundlage unseres eigenen Lebens. Im AT gibt Jahwe dem Erdenklos seinen Odem, seine Geistkraft, und der Mensch wurde eine "lebendige Seele". In der nordischen Mythologie gab Odin den Menschen, die er aus Bäumen schuf, ebenso seine Geistkraft - und sie entwickelten eine Seele.
Aus dieser Sicht heraus bedarf die menschliche Seele der Geistkraft (im hebräischen ist "ruach" weiblich und bedeutet so viel wie Geist, Wind, Luft, Kraft) und diese Preisung beinhaltet diese Grundlage jeglicher seelischen Entwicklung:

Zusammendfassend:
"Ihr könnt nicht aus euch selbst heraus sein - eure Seele lebt aus der Geistkraft der geistigen Welt (Himmelreich) und muss sich dessen bewusst werden. Sie ist eine Gnade, um der die Seele bitten muss"

Bild:
Ebene A: Zwei menschliche Seelen, die sich an die geistige Welt (Himmel-Reich) wenden. Sie werden von dieser gehalten. Die Drei Runen stehen für Fülle  (Fehu oben links) Ordnung (Tiwar - oben rechts) dem Unbewussten (Hel - unten) In der Mitte die betende Seele, der Bettler, und über ihn - als Tropfen - die heilige Geistkraft = "die als Bettler stehen...."
Ebene B: Ein Gesicht mit Augen, Nase, Mund. Die Betonung liegt auf dem Stirnchakra (durch das der Tropfen rinnt), dem Kehlkopfchakra und dem Mund als Ort des Wortes (Logos) - als Symbol für die geisterfüllte Seele = "....in sich selber finden sie das Reich der Himmel"






B - die sieben "Notwendigkeiten"
(Bibelzitate: oben immer Luther (mit "tauglich" statt seelig und darunter zuerst eine moderne evangelikale, bibeltreue Übersetzung (NeÜ)
darunter das "Gegenstück" - die spirituell / anthroposophische von E.Bock



Tauglich sind, die die da Leid tragen; denn sie sollen getröstet werden.

"Wie glücklich sind die, die Leid über Sünde tragen, denn Gott wird sie trösten" (NeU)
"Selig, die das Erdenleid tragen, in sich selber finden sie den Erdentrost" (E. Bock)

Das persönliche Leid, das aus der "Absonderung" (ins Eigene hinein) geschieht, entstammt der Freiheit des Menschen. Die notwendig und wichtig ist, aber sie hat eben Folgen. Dafür Gott oder andere böse Menschen verantwortlich zu machen, lenkt den Blick vom Ursprung ab, und das ist der Mensch selbst. Statt auf andere zu verweisen, sollten die Folgen der eigenen Entscheidungen und Handlungen selbst getragen werden. "Was der Mensch sät, wird er auch ernten" (Galaterbrief 6,7)


Bild:
Zu den Runen: Von links nach rechts
MannaR (M) = der Mensch in der sozialen Gemeinschaft
EihwaR (ei) = der Weltenbaum und somit das Streben des Bewusstseins nach oben und unten
NaudhiR (n) = die Not, aber auch die Notwende, die Rune der Nornen (Schicksal)
EhwaR (e) = die Triebe und Leidenschaften.
Zusammen = MEINE.

Also die Last der eigenen Verflechtungen aus dem seelischen Zentrum, dem EGO. Das Erdenleid somit als das, was aus der eigenen "Meintat" - auf das "Meine" bezogen - entsteht. Im Heliand (der sächsischen Evangelienharmonie aus dem 8. Jahrhundert) werden die Taten, die den Menschen verschulden und aus der Absonderung (Sünde) entstehen immer "Meintat" genannt.
Der Trost ist zweifach = haltend und beruhigend und aus dem, was in der ersten Selig-Preisung als "Geistkraft", oder "Reich der Himmel" genannt wird.








"Tauglich sind die Sanftmütigen, denn sie werden das Erdreich besitzen"

"wie glücklich sind die, die sich nicht selbst durchsetzen, sie werden das Land  besitzen" (NeÜ)
"Selig, die ihre Seelen zum Gleichmut erziehen, im eigenen Ich empfangen sie den Sinn der Erde" (E. Bock)

Die NeÜ ist eine evangelikale, und die von E. Bock die offizielle Übersetzung der "Christengemeinschaft e.V." (der sakramentalen Kirche der Anthroposophie) Hier wird - wie in allen anderen Übersetzungen auch - sehr deutlich, das es immer einen weltanschaulichen (oder theologischen) Hintergrund gibt. Die eine Übersetzung spricht dem Menschen Mut und Eigenständigkeit ab, die andere erhöht die menschliche Seele und das Ich zu einer selbständigen Instanz (im Sinne R. Steiner's)

Die alte deutsche Bezeichnung für Seele war Gemüt, als Sammelbezeichnung für die inneren Kräfte deren Einzelbezeichnung dann "Mut" lautete. "Demut", "Hochmut", "Sanftmut" usw. Mut ist die innere Kraft des Menschen, die sich verschieden ausdrücken kann.


Zu den Runen:
In der Sonne die Sowilo (Stärke, Mut, Sieg).
in der Hand der Gestalt die Wunjo (Freude, Harmonie, Friede und Freude)
links die ThurisaR (Naturgewalten, Kampf, Auseinandersetzungen)

Sanftmut bedeutet - nach meiner Auffassung - keine Passivität oder Gleichmut, sondern das kraftvolle, mutige Eintreten und handeln, aber eben sanft, rücksichtsvoll und sacht.
Die Gestalt hält die Frucht des Getreides den personifizierten Naturgewalten entgegen, die in der nordischen Mythologie als Thursen personifiziert werden und für all die anorganischen Prozesse stehen, aus der die organischen entstehen. Aber Gravitation, Kälte, Hitze usw sind nicht nur die Grundlage, sondern auch der Feind der lebendigen Welt. Daher sind in allen heidnischen Mythen die Götter gegen die Riesen (Titanen usw) im Kampf.
Im Bild ist jedoch die Freude (Wunjo) dargestellt, die sich einstellt, wenn eine Aufgabe erfüllt, ein Ziel erreicht ist. Mutig und sanft.
Die Sonne mit der Sowilo-Rune symbolisiert das Ich-Bin der Menschenseele.


Unten eine fruchtbare Landschaft - das "Erdenreich", oder "Midgart", das Mittelreich, in dem die Ordnung des Lebens siegt.
Auf den Menschen bezogen: so wie in der Natur der Wald gerodet, die Felder bebaut und behütet sein müssen, so auch der Bewusstseinsraum in der menschlichen Seele. Und dazu gehört Mut, sanfter Mut - keiner der zerstört.








"
Tauglich sind, die da hungert und dürstet nach der Gerechtigkeit, denn sie sollen satt werden."

"Wie glücklich sind die, mit Hunger und Durst nach dem richtigen Verhältnis zu Menschen und Gott. Sie werden satt." (NeÜ)
"Selig die hungern und dürsten nach dem Sein des Guten, ihr eigenes Tun wird ihnen den Hunger stillen." (E.Bock)

im jüdischen Verständnis ist der Gerechte derjenige, welcher die Thora (das Gesetz) erfüllt. Im deutschen kommt "gerecht", von recht (richtig, aufrichten, gerade sein, richten, lenken, führen herrschen) also sich aufrichten, beherrschen und führen. Nach Gerechtigkeit zu dürsten und zu hungern wäre demnach ein notwendiges Grundbedürfnis der Seele wenn sie in ihrem Bewusstsein eigenständig und handlungsfähig sein möchte. (= Gerecht, richten, führen) Oder, wie es in der NeÜ steht: nach dem richtigen Verhältnis zu Menschen und Gott.

Die Runen:
in der Sonne die Perthro (Kessel, Weisheit, Geburt),  im Arm die AnsuR (Geist, Inspiration, Segen) und im Herzzentrum die Jera (Ernte, Jahreskreis, Zyklus) - hier wird das "aufrichten" als ein "gerichtet werden" oder "hochziehen" dargestellt. Die göttliche Weisheit ist der "Geburtskessel" und die Inspiration führt zum Herzen in dem die Wandlung geschieht und auch die Ernte.

Während die mittlere Gestalt sich aufrichtet - also dürstet und hungert nach Gerechtigkeit - bleiben die beiden anderen unten. Die gestürzte Perthro ist leer und die rechte Gestalt gebunden.

In meiner Wahrnehmung entspricht diese Seligpreisung dem "Kehret um", oder "ändert euren Sinn" - "tut Buße" (Luther) - die Umkehrung von den sinnlichen Bedürfnissen zu den geistigen:
"Nachdem man Johannes gefangen genommen hatte, kam Jesus nach Galiläa und verkündigte das Evangelium Gottes: Erfüllt ist die Zeit, und nahe gekommen ist das Reich Gottes. Kehrt um und glaubt an das Evangelium!" (Markus 1,14) "Evangelium" wird mit Heilsbotschaft, oder frohe Botschaft umschrieben. Es steckt aber das Wort Angel = Engel drin. Diese sind zwar "Boten" Gottes, aber - im religiös-spirituellen Sinn - auch wirkende Wesenheiten. Und somit kann man auch übersetzen:

"Die Zeit ist erfüllt, das Gottesreich bricht herein. Ändert euren Sinn und erfüllt euch mit der Kraft und dem Wort der Engelreiche" (E. Bock)

Wer seine Bedürnisse von den leiblichen zu den geistigen wandelt - also hungert und dürstet nach der Gerechtigkeit (Gottes) - der ändert seinen Sinn






"Tauglich sind die Barmherzigen, denn sie werden Barmherzigkeit erlangen"

"Wie glücklich sind die Barmherzigen, ihnen wird Gott seine Zuwendung schenken" (NeÜ)
"Selig die Liebe-Übenden, denn Ihnen wird wiederum Liebe zuteil" (E. Bock)


Das Wort "erbamen" stammt aus der gotischen Kirchensprache und bedeutet: "Aus der Not befreien" also ein aktives Tun. "Barmherzig" ist also weniger ein "Mitfühlen" und "Mitleiden", sondern eine innere Einstellung die aktiv eingreift. Im Bild die braune Gestalt, welche die Fesseln der blauen abnimmt.

Zu den Runen:
Im zentralen grünen Kreis: MannaR (der Mensch in der sozialen Gemeinschaft),
darunter die Gebo (Geben und Nehmen) und die KennaR (Können, Kreativität) und
die grüne TiwaR steht für Gerechtigkeit, Recht und Ordnung.

Diese Preisung führt zum sozialen Umfeld (MannaR) dem Geben und Nehmen in der menschlichen Gemeinschaft und die Fähigkeit des aktiven Tuns (KennaR). Im Bild ist eine braune Gestalt das Zentrum, die - verbunden mit dem Herzen - eine andere Gestalt von ihren Fesseln befreit. Das Herz symbolisiert in der Bibel nicht nur das Zentrum der Gefühle, sondern auch das "Innen" als solches. Und nur wer im "Innen" vom "Innen" des anderen erfasst wird, kann dieses verstehen, mitfühlen und auch befreien.

"
Was hilft's, Brüder und Schwestern, wenn jemand sagt, er habe Glauben, und hat doch keine Werke? Kann denn der Glaube ihn selig machen? Wenn ein Bruder oder eine Schwester nackt ist und Mangel hat an täglicher Nahrung und jemand unter euch spricht zu ihnen: Geht hin in Frieden, wärmt euch und sättigt euch!, ihr gebt ihnen aber nicht, was der Leib nötig hat – was hilft ihnen das? So ist auch der Glaube, wenn er nicht Werke hat, tot in sich selber. Aber es könnte jemand sagen: Du hast Glauben, und ich habe Werke. Zeige mir deinen Glauben ohne die Werke, so will ich dir meinen Glauben zeigen aus meinen Werken. Du glaubst, dass nur einer Gott ist? Du tust recht daran; die Teufel glauben's auch und zittern. Willst du nun einsehen, du törichter Mensch, dass der Glaube ohne Werke nutzlos ist" (Jakobusbrief 2, 14 - 20)






"Tauglich sind, die reinen Herzens sind; denn sie werden Gott schauen"

"Wie glücklich sie die, die ein reines Herz haben" Sie werden Gott sehen" (NeÜ)
"Selig, die im Herzen lauter sind, denn sie werden darin den Gott schauen" (E.Bock)

"Und Jesus sprach: was aus dem Menschen herauskommt, das macht den Menschen unrein. Denn von innen, aus dem Herzen der Menschen, kommen heraus die bösen Gedanken, Unzucht, Diebstahl, Mord, Ehebruch, Habgier, Bosheit, Arglist, Ausschweifung, Missgunst, Lästerung, Hochmut, Unvernunft. All dies Böse kommt von innen heraus und macht den Menschen unrein." (Markusevangelium 7, 20 - 23)

"Schaffe in mir, Gott, ein reines Herz und gib mir einen neuen, beständigen Geist." (Psalm 51,12)

Der Jesu-Spruch betont die "Unreinheit" des menschlichen Herzens, ohne die göttliche Geistkraft (erste Selig-Preisung)

Im Bild ist der Mensch in seinem Inneren dargestellt. Sein Zentrum richtet sich aus nach der (geistigen) Sonne. Die DaggaR - Rune symbolisiert den Tag, den Anfang, den Durchbruch zum Licht. Der Baum - als Weltenbaum - steht für den organischen (göttlichen) Kosmos und die Quelle bringt das hervor, was nach "außen" kommt. Der untere Bereich zeigt dieses Außen, ebenso geordnet wie das "Inne" und dessen Zentrum zeigt die iNG-Rune (Frucht und Keim gleichzeitig) Also die Seele, die sich zum Göttlichen ausrichtet - diese wird ihn dadurch auch "schauen"






"Tauglich sind, die Frieden stiften; denn sie werden Gottes Kinder heißen."

"Wie glücklich sind die, von denen Frieden ausgeht! Sie werden Kinder Gottes genannt" (NeÜ)
"Selig, die den Frieden in die Welt bringen, sie werden dadurch zu Söhnen Gottes" (E. Bock)

"Wer von euch ist denn weise und verständig? Er soll das durch seinen Lebenswandel zeigen, und zwar in der Bescheidenheit, die aus der Weisheit kommt. Wenn ihr aber bittere Eifersucht und Eigenliebe in eurem Herzen habt, dann rühmt euch nicht und verdreht nicht die Wahrheit! Solch eine Weisheit kommt nicht von Gott. Sie ist irdisch, sinnlich und teuflisch. Wo nämlich Eifersucht und Eigenliebe herrschen, gibt es Unfrieden und jede Art von Gemeinheit. Dagegen ist die Weisheit von oben erst einmal rein, dann friedfertig, gütig und nachgiebig. Sie ist voller Erbarmen und guter Früchte, unparteiisch und ohne Heuchelei. Solche Gerechtigkeit können nur die ernten, die Frieden ausgesät haben"(Jakobus 3, 13 - 18)

Bild:
Zwei Säulen, die rechte ist diejenige des Unfriedens, der Not, der Zerstörung = Die Rune der Not (NaudiR), davor eine verzweifelte Gestalt, die sich auf die Odhal-Raune stützt. Diese steht (auch) für die Heimat, das heimatliche Gehöft, dem irdischen Lebensraum.
Die Linke Säule wird von der Wunjio-Raume beherrscht, die im obigen Testsinn als die "Weisheit" von oben gesehen werden kann. In der unteren Gestalt wirkt die ThurisaR-Raune (Aggression, Wut, Kampf) und die gedrehte Fehu-Raune symbolisiert die (innere) Fülle und somit auch den Frieden, der von der zentralen Gestalt ausgeht. Die linke Gestalt ist auf die IsaR-Raune fokusiert, diese symbolisiert das EGO, das Ich in seiner Begrenztheit.

Der Frieden beginnt im Innern, aber nicht durch Selbstliebe und Konzentrierung auf die eigene Seele (moderne Esoterik) - sondern aus der Offenheit für Gottes Kraft und Weisheit, die in uns zur Fülle kommen muss. Der Mensch benötigt die Geistkraft Gottes (erste Seligpreisung) um aus seinem Ego-Käfig herauszukommen.





"Tauglich sind, die um der Gerechtigkeit willen verfolgt werden; denn ihrer ist das Himmelreich"

"Wie glücklich sind die, die man verfolgt, weil sie Gottes Willen tun. Ihnen gehört das Reich, das der Himmel regiert." (NeÜ)
"Selig, die Verfolgung erleiden, weil sie dem höheren Leben dienen; das Reich der Himmel ist in ihnen" (E. Bock)

"Haltet es für reine Freude, meine Geschwister, wenn ihr in verschiedener Weise auf die Probe gestellt werdet. Ihr wisst ja, dass ihr durch solche Bewährungsproben für euren Glauben Standhaftigkeit erlangt. Die Standhaftigkeit wiederum bringt das Werk zum Ziel: Ihr sollt zu einer Reife kommen, der es an nichts mehr fehlt und die kein Makel entstellt. Wie glücklich ist der, der die Erprobung standhaft erträgt. Denn nachdem er sich so bewährt hat, wird er den Ehrenkranz des Lebens erhalten, den Gott denen versprochen hat, die ihn lieben (...) Wenn jemand in Versuchung gerät, soll er nicht sagen: "Gott hat mich in die Versuchung geführt." Denn Gott kann nicht vom Bösen verführt werden und führt auch selbst niemand in Versuchung. Nein, jeder wird von seiner eigenen Begierde in die Falle gelockt. Wenn die Lust auf diese Weise schwanger geworden ist, bringt sie Sünde zur Welt, und die Sünde, wenn sie voll ausgewachsen ist, den Tod. Täuscht euch nicht, liebe Geschwister! Vom Vater der Himmelslichter kommen nur gute und vollkommene Gaben. Bei ihm gibt es keine Veränderung, auch nicht den Schatten eines Wechsels. Aus freiem Liebeswillen hat er uns durch das Wort der Wahrheit neues Leben geschenkt, damit wir gewissermaßen die ersten Geschöpfe seiner neuen Schöpfung wären" (Jakobusbrief 1, 2-5; 12 - 18)

Das Bild zeigt einen Menschen, der Not (NaudiR oben links) und Leid (dunkler Kasten) erträgt und dabei von einem Engel unterstützt wird. Im Zentrum des Herzens befindet sich die Jera-Raune, die den Jahreslauf mit seinen Früchten und Erträgen symbolisiert.








Der 2. Petrusbrief Kap 1, 3  -11) gibt in seinem ersten Kapitel eine gute Einführung in dasjenige, was als innere Ausrichtung der "Bestandsaufnahme" sinnvoll sein kann:


"Alles, was zum Leben und zur Frömmigkeit dient, hat uns seine göttliche Kraft geschenkt durch die Erkenntnis dessen, der uns berufen hat durch seine Herrlichkeit und Kraft. Durch sie sind uns die kostbaren und allergrößten Verheißungen geschenkt, damit ihr durch sie Anteil bekommt an der göttlichen Natur, wenn ihr der Vergänglichkeit entflieht, die durch Begierde in der Welt ist.
So wendet allen Fleiß daran und erweist in eurem Glauben Tugend und in der Tugend Erkenntnis und in der Erkenntnis Mäßigkeit (Selbstbeherrschung) und in der Mäßigkeit Geduld und in der Geduld Frömmigkeit und in der Frömmigkeit Brüderlichkeit (Mitmenschlichkeit) und in der Brüderlichkeit die Liebe.
Denn wenn dies alles reichlich bei euch ist, wird's euch nicht faul und unfruchtbar sein lassen in der Erkenntnis unseres Herrn Jesus Christus. Wer dies aber nicht hat, der ist blind und tappt im Dunkeln und hat vergessen, dass er rein geworden ist von seinen früheren Sünden. Darum, Brüder und Schwestern, bemüht euch umso eifriger, eure Berufung und Erwählung festzumachen. Denn wenn ihr dies tut, werdet ihr niemals straucheln, und so wird euch reichlich gewährt werden der Eingang in das ewige Reich unseres Herrn und Heilands Jesus Christus." (Luther)
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"In seiner göttlichen Macht hat er uns alles geschenkt, was wir zu einem Leben in liebevoller Ehrfurcht vor Gott brauchen. Er hat uns den erkennen lassen, der uns kraft seiner Herrlichkeit und Wundermacht berufen hat. Auf diese Weise hat er uns die allergrößten und wertvollsten Zusagen gegeben. Dadurch hat er nämlich versprochen, dass ihr Anteil an seiner göttlichen Natur bekommt. Ihr seid ja dem Verderben entflohen, dem diese Welt durch ihre Leidenschaften verfallen ist.
Deshalb müsst ihr nun auch allen Fleiß daransetzen, eurem Glauben ein vorbildliches Leben beizufügen, und diesem Leben die Erkenntnis. Der Erkenntnis muss die Selbstbeherrschung folgen, der Selbstbeherrschung die Geduld und der Geduld die liebevolle Ehrfurcht vor Gott. Diese Ehrfurcht wiederum führt zur geschwisterlichen Liebe und aus der Liebe zu den Gläubigen folgt schließlich die Liebe zu allen Menschen.
Je mehr ihr in dieser Hinsicht vorankommt, desto mehr wird sich das auswirken und Frucht bringen, und ihr werdet unseren Herrn Jesus Christus immer besser erkennen. Wer das alles aber nicht hat, ist blind oder doch sehr kurzsichtig. Er hat vergessen, dass Gott ihn von seinen früheren Sünden gereinigt hat. Ihr müsst deshalb alles daransetzen, liebe Geschwister, eure Berufung und Erwählung festzumachen. Dann werdet ihr auch nicht ins Stolpern kommen, und Gott wird euch die Tore weit öffnen und euch in das ewige Reich unseres Herrn und Retters Jesus Christus einziehen lassen" (NeÜ)
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"Indem uns seine göttliche Macht geschenkt ist, haben wir alles, dessen wir für unsere Lebenskräfte und für die Frömmigkeit unserer Seele bedürfen. Wir haben es durch die Erkenntnis der Geistwelt, die den Ruf an uns gerichtet hat und uns den Quell des ihr eigenen offenbarenden Lichtes und ihrer ordnenden Kraft erschließt. So sind uns die kostbarsten und bedeutendsten Verheißungen zuteil geworden. Immer größeren Anteil sollt ihr gewinnen an der Natur des göttlichen Wesens, entgehen sollt ihr dem Untergang des begierdetragenden Lebens der Sinnenwelt.
Verwendet nun allen Eifer und alle Hingabe darauf, dass aus der Kraft eures Glaubens wahre Moralität erwächst, und mit der Moralität die Geist-Erkenntnis, und mit der Geist-Erkenntnis die Seelenläuterung, und mit der Seelenläuterung die Schicksalstragekraft, und mit der Schicksalstragekraft die Frömmigkeit, und mit der Frömmigkeit die Brüderlichkeit, und mit der Brüderlichkeit die Liebe.
Wenn dies alles bei euch lebt und wächst, so könnt ihr nicht tatenlos und fruchtlos bleiben auf dem Pfade der Erkenntnis Jesu Christi unseres Herrn. Wer aber dies alles nicht besitzt, ist blind und tappt im Dunkel; dumpfe Vergessenheit umfängt ihn, und er versäumt es, seine Seele zuchtvoll zu bewahren vor den Abirrungen der Vergangenheit. So strebt denn, liebe Brüder nur immer eifriger danach, demjenigen Festigkeit zu verleihen, was durch die Berufung und die Erwählung in euch lebendig geworden ist. Gelingt euch dies, so werdet ihr auf eurem Weg nicht mehr straucheln; weit und prächtig wird euch der Zugang aufgetan zu dem ewigen Geist-Königreich Jesu Christi, der unser Herr und Heilbringer ist." (E.Bock)




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