Raunen (Runen) und Tarot - das Weltwort (der "Logos")

1 - Magier
2 - Hohepriesterin
3 - Herrscherin
4 - Herrscher
5 - Hohepriester
6 - Liebenden
7 - Wagen
8 - Gerechtigkeit
fe / F, V
ur / U
thurs / Th, D
os / O
reidh / R
kaun / K, G
hagall / H
naudh / N
9 - Eremit
10 - Rad
11 - Kraft
12 - Gehängter
13 - Tod
14 - Maß
15 - Gehörnter
16 - Turm
iss / I
ar / A
sol / S, Sch
tyr / T
barkan / B, P
logr / L
madhr / M
yr (eibe) / Ei, E

Über die Grafiken geht es zu den Einzeldarstellungen

Das Tarot als psychologisches und spirituelles System eignet sich für mehr als dem Kartenlegen und besitzt ein großes Bezugssystem. Eine gute Informationsseite ist "albideuter.de" wo viele Decks abgebildet sind und einiges an Hintergrundwissen zur Verfügung steht.
Die Großen Arkanen des Tarot (22 Karten) haben einen Bezug zu den 22 Buchstaben des hebräischen Alphabetes. Und da setzt mein Versuch an, statt der hebräischen die europäischen Buchstaben zu verwenden. Allerdings nicht die 24 Runen des allgemeinen Futhark, sondern die 16 Runen des skandinavischen Futhork. Abgesehen davon, das die 16 eine interessante Zahl ist, endete für mich der Entwicklungszyklus des Tarot beim Turm (16). Sterne, Sonne, Mond, letztes Gericht und die große Welt - ja, klar warum nicht. Aber der Turm war für mich das Ziel. Wenn er errichtet ist, hat die Suche ein Ende, ist die Gemeinschaft wehrhaft und besitzt ein Zentrum und einen Schutz. Wird er zerstört, muss die (soziale)  Schöpfung neu beginnen.
Auf den Einzelseiten (über die Grafiken) sind kurze Erklärungen zum Tarot, der Rune, dem Bild und unter der Rune (ich verwende das Langzweigsystem) das jeweilige alt-isländische Runengedicht, mit einer kurzen Erklärung. Und das Thema der Karte.
Mir ging es vor allem um den kreativen Versuch die Großen Arkanen aus Sicht der Runen (!) darzustellen. Es sind ja auch immer die Runen, welche im Zentrum des Bildes stehen und nicht die üblichen Tarotsymbole. Und: es sind nicht die bekannten 24iger, sondern die Formen des skandinavischen Langzweig-Systems. Es ist weniger bekannt (wurde als Grundlage für das Armanenfudork missbraucht - v. List erweiterte auf 18 und benutzte das Kurzzweissystem) ist aber durch seine Einfachheit und bezeugtem Alter, wahrscheinlich tiefer verwurzelt als das 24iger, welches ich eher einem bestimmten Stammesverband (dem der Sachsen) zuordne.





Welchen Sinn hat das Ganze?
In der üblichen Version des Johannesprologes wird Christus als der "Logos" (das Wort) bezeichnet, das am Anfang war und allem zu Grunde liegt.  Wörter bestehen aus Lauten (Mit- und Selbstlaute) aus denen später die Schriftzeichen wurden. In der Edda (der nordischen Mythologie) hing Allvater (Odin) neun Nächte am Weltenbaum und empfing dadurch die Runen. Im nordischen Denken sind die Runen eigene Archetypen, oder auch Werkzeuge, für Wahrsagen, Weitergabe von Wissen, oder magische Praktiken. Im (konfessionellen) Christentum werden Buchstaben, Sprache, Worte und Denken magisch zu einer Einheit verbunden, die dann als Logos, oder Weltenwort verehrt wird.
Ganz abgesehen von dem Missbrauch des "Wortes Gottes" als Buchstaben und die Vergöttlichung eines Buches durch die sogenannten Evangelikalen, sind Worte die Folge von Gedankenprozessen und haben ein eigenständiges Sein. Ebenso die Laute. Ein "A" wirkt auf den Sprechenden ganz anders als ein "K".
Leben, Lieben, Loben - haben die gleichen Mitlaute und unterscheiden sich nur durch die Selbstlaute.
Ich will hier nicht auf die dazugehörigen Lehren und weltanschaulichen Hintergründe eingehen, sondern nur einfach durch Bilder, Formen und einige Gedanken auf  die Struktur unsere Sprache verweisen. In der (aus dem Rabbinertum stammenden) Kabbala stellen die 22 Buchstaben einen eigenen Entwicklungsweg dar, der im Mittelalter auf die 22 Tarotkarten übertragen worden ist.
Auch die 16 Raunen des skandinavischen Futhork lassen sich als Archetypen - oder Grundmuster - lesen und als Strukturtypen der Psyche und des Kosmos.




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