Nach Oben


Von Oben





Der "Weg nach Unten" ("Seelenentwicklung" auf der Hauptseite) geht in die eigene Psyche, zu den eigenen Gefühlen, Wünschen und den persönlichen Verhaltensmustern, die sich nach und nach als eingebettet in außer-persönliche Zusammenhänge entpuppen. Das linke Bild zeigt die "Anrufung" Gottes, oder eines Geistwesens wie es in hermetisch-okkulten Kreisen durch Rituale geübt wird. Die Ausrichtung wird dabei immer "nach oben" gedacht. Aber ich habe die Erfahrung gemacht - oder in meiner Wahrnehmung ist es so - das Anrufungen, Rituale oder generell persönliche Anstrengungen immer nach "Unten" gehen und der "mütterlich-stoffliche" Bereich gemeint ist. Wir entstehen, wachsen und reifen als eigenständige Personen im "Fleische", also der psychosomatischen Einheit aus Leib, Seele und Bewusstsein und sind in den Leib, der Seele und dem Bewusstsein von "Mutter Natur" eingewoben. Hier sind wir handlungsfähig und ein Knoten im Gewebe. Unsere Seele entstand und wirkt in der "Erde" - also in dem was, nach Lorber, aus "Seelensubstanz" besteht.
Aber ist es mit dem "Oben", dem "Geiste", ebenso? Im rechten Bild kommt die (Geist-) Kraft von "oben" in die menschliche Seele, durch ihren "Geist" und dieser ist eingewoben in die göttliche Dreifaltigkeit (gelber Kreis = Vater / die handelnden Arme = Sohn / Taube = Hlg Geist). Im Folgenden möchte ich meine Sicht dazu näher darstellen.





Ritual
Gebet
Forschung

Im Ritual strebt der Mensch über ausgeklügelte Handlungsabläufe zur Vereinigung mit dem Göttlichen, im Gebet möchte er Gott zwingen das zu tun, was er selber möchte und in der okkulten Forschung (Anthroposophie, Hermetik, Rosenkreuzer usw) möchte er die geistigen Gesetzen erkennen und daran mitgestalten. Aber immer so, das sein EGO (das einigende Zentrum seine Seele) seine Bedürfnisse und Wünsche befriedigen kann (Macht, Selbstsucht, Gier usw)





Opfer
Hingabe
Wachstum

Die menschliche Seele ist (nach Lorber) dadurch entstanden, das sich ein Geistkeim aus der geistigen Welt eine Seele in der Erdenwelt aufbaute. "Alles ist Seelensubstanz" in der anorganischen, organische und emotionalen (tierischen) Welt und der Geist(keim) bildete - über einen langen Zeitraum - sich eine Seele aus anorganischer, organischer und emotionaler Substanz (also Pflanzen- und Tierseelen) und die menschliche Inkarnation ist der "Höhepunkt" in der seelischen Entwicklung. Eine Menschenseele ist eine eigenständige (aber aus vielen verschiedenen Seelensubstanzen) bestehende Einheit, die durch das Ego als Zentrum handlungsfähig ist - im "Erdenreich". Um aus diesem "Kleide" des Geistkeimes eine "Wohnung" des Geistes und einen "geistigen" Körper zu gestalten, muss sich die Ausrichtung und Verknüpfung der Seele und ihres Zentrums von den Seelensubstanzen der Erde zu den Geistkräften des "Himmels" wenden und die erste und grundlegende Entscheidung ist die "Opferung" des EGO's und dessen Ziele.

Opfer
"Will mir jemand nachfolgen, der verleugne sich selbst und nehme sein Kreuz auf sich und folge mir nach." ist ein bekannter Ausspruch Jesu, der (u.a.) als Verleugnung des Egos gedeutet wird und als Anfang des "Stirb und Werde". Ich habe das im Bild so dargestellt, dass die Schlange dabei triumphiert. denn wie häufig ist dieses "Opfern" eine Hingabe ab eigene Konzepte und persönliche Ziele? Wie oft geht es bei diesen "Opferritualen" nur um die Erhöhung des eigenen Wertes? Sich einer besonderen Sache zu opfern, einem religiösen Dogma, oder dem "inneren wahren Wesen" - kann (muss nicht) einfach nur die Hybris des Ego sein.
Hingabe
"Denn wer sein Leben behalten will, der wird's verlieren; und wer sein Leben verliert um meinetwillen und um des Evangeliums willen, der wird's behalten." Sein Leben verlieren um eines anderen willen, ist schon im sozial-menschlichen Bereich eine Herausforderung. Hier geht es aber um das Zentrum des christlichen Glaubens. Für Christus - und dies zeigt sich bei der Taufe, in der - nach christlicher Auffassung - die "Geistkraft Gottes" (so wie bei der Taufe Jesu) die "Herrschaft" in der Seele nimmt. Jesu begann danach "aus Vollmacht" zu leben und zu lehren. Im Bild ist dieses so dargestellt, dass das Ego des Menschen die gelbe Säule (mit roten Herzzentrum und dunklem Triebleben) zwar die gleichen Farben wie der herabkommende Geist hat, aber noch unterschieden ist. Die "Neugeburt aus dem Geiste" ist keine Wandlung von unten (Wasser und Fleisch) sondern eine Veränderung von oben. Dazu braucht es gewiss erst ein klares Selbstbewusstsein (das seine Sünden bekennen kann), aber dieses ist von unten noch gebunden.

Wachstum
"Denn was kann der Mensch geben, womit er seine Seele auslöse" - nichts. Im Bild ist der "fleischliche Mensch" (der psychosomatische Mensch mit dem Ego als Bewusstseinszentrum) btaun und verwurzelt dargestellt. Die "Neugeburt aus dem Geiste" grün und kindlich. Es will wachsen, aber die Nahrung dafür bekommt es nicht durch das "Fleisch", sondern durch den Geist - von "Oben"





zwischen Fleisch und Geist
An-Nahme
zwischen Geist und Fleisch

Was ist der Mensch?
Leib(e) - Lebe - Liebe - Lobe sind vier Begriffe, die auf den Menschen anwendbar sind. Mit dem (stofflich wahrnehmbaren) Leib sind wir mit der mineralischen und anorganischen Welt verbunden. In den Lebensprozessen unseres Leibes mit den organischen Prozessen (Pflanzenwelt). Aus den Emotionen heraus kommen wir in (innere und äußere) Bewegung (Tierreich) - loben dürfen wir aus unserem Bewusstsein heraus das, was wir als "Gut" erkannt haben (die moralische Welt der menschlichen Kultur)
Die ersten drei umfassen den psycho-somatischen, oder "fleischlichen" Menschen (Paulus) der im Leibe lebt und empfindet und aus seinen Emotionen heraus handelt. Seine Wünsche, Träume, Hoffnungen und Ängste bestimmen sein Tun:
"Denn aus dem Herzen kommen böse Gedanken, Mord, Ehebruch, Unzucht, Diebstahl, falsches Zeugnis, Lästerung. Das sind die Dinge, die den Menschen unrein machen." (Matth 15, 19.20)
Der "fleischliche Mensch" ist vom Fleische und der "geistige Mensch" aus dem Geiste:
"Was aus dem Fleisch geboren ist, das ist Fleisch; und was aus dem Geist geboren ist, das ist Geist. Wundere dich nicht, dass ich dir gesagt habe: Ihr müsst von Neuem geboren werden. Der Wind bläst, wo er will, und du hörst sein Sausen wohl; aber du weißt nicht, woher er kommt und wohin er fährt. So ist ein jeder, der aus dem Geist geboren ist." (Johannesev. 3, 6 - 8)
Und diese Neugeburt ist jene aus dem "Auferstehungsgeist Christi" - oder auch "Heiliger Geist" genannt.

Im linken Bild ist ein sitzender Mensch dargestellt, der im oberen Bereich durch den Geist belebt wird und im unteren sein "Kreuz" auf sich nimmt. Links der Baum der Erkenntnis mit seiner Frucht.
Im mittleren Bild die offene Hingabe des EGO an den Geist und im rechten Bild eine Dreiteilung des Menschen, welche die Verwurzelung der Seele (und des Körpers als psychosomatische Einheit) mit der Erde verbindet und den Geist als Geschenk wahrnimmt.


"Liebe Brüder und Schwestern! Wenn ihr mit eurem Glauben vielen harten Bewährungsproben ausgesetzt seid, dürft ihr das als ganz besonderem Grund zur Freude betrachten. Denn je mehr euer Glaube sich bewährt, umso stärker wird eure Fähigkeit, Leid und Schmerz auszuhalten. Wer aber geduldig aushalten kann, bei dem kann und soll sich das so auswirken, dass alles, war er tut, rundum überzeugend und vollkommen ist. In diesem Sinne sollt ihr vor Gott und Mensch glaubwürdig sein, und nichts soll fehlen (...) Selig wer die Bewährungsprobe als Christ geduldig besteht. Wer durchhält, wird mit unvergänglichem Leben gekrönt. So hat Gott es denen verheißen, die ihn lieben. Wer eine Bewährungsprobe durchstehen muss, soll nicht sagen, Gott wolle das so. Denn genauso wenig wie ein Mensch Gott auf die Probe stellen kann, will Gott das mit einem Menschen tun. Wenn man sich zu bewähren hat, dann immer und ausschließlich gegenüber der eigenen Triebhaftigkeit, die an jedem zerrt, oder ihn ködert. Das Ganze ist dann wie ein zweifaches Zeugen und Gebären. Die Triebhaftigkeit des Menschen ist wie ein Mutterschoß, der den bösen Gedanken empfängt und die böse Tat gebiert. Die böse Tat ihrerseits wird reif und wächst sich aus, und sie gebiert den Tod. Macht euch über diesen schrecklichen Zusammenhang keine falschen Vorstellungen! Aber ähnliches gilt auch von der Gegenseite: Alles, was gut und bewundernswert ist, kommt vom Himmel als Geschenk von Gott, dem Vater der Lichter, der unveränderlich ist und nicht den kleinsten Hauch des Wandels zeigt. Auch hier gibt es Zeugung und Geburt: Gott wollte uns, durch das Wort der Wahrheit hat er uns als seine Wunschkinder in die Welt gesetzt, als die Erstlinge seiner neuen Schöpfung." (Jakobusbrief 1, 1 ff)


Hermetische, anthroposophische oder andere spirituelle / okkulte Schulungswege führen den Menschen in die geistige Dimension des "Fleisches" in dessen Gesetzmäßigkeiten und wirkenden Wesenheiten. Nach christlicher Auffassung ist diese Schöpfung jedoch "gefallen" und existiert, weil es Wesen gab (und gibt) die aus sich selbst heraus wirken und schaffen wollen. Den geistigen Kosmos, den zum Beispiel Rudolf Steiner entwirft, beginnt mit diesem "Abfall", für Steiner beginnt alles mit dem "alten Saturn" und selbst Christus ist nur ein Sonnengeist der innerhalb der Schöpfung entstand.
In der (sogenannten) christlichen Neuoffenbarung (Swedenborg, Lorber, A. Wolf)  wird sehr deutlich, das "Gott", oder das "Reich der Himmel" noch über dieser Schöpfung steht und eine ganz andere Welt ist. Natürlich existiert diese Schöpfung nicht ohne Gott, da nichts ohne dem "Vater", der "Urquelle" sein kann - aber genau das will wahrgenommen werden.
In meiner persönlichen Wahrnehmung ist diese Schöpfung nicht "böse" oder "ungöttlich" - es ist die Pflanzstätte in der Bewusstsein und Selbstbewusstsein entstehen kann. Nur eben bis dahin, und dieses Selbstbewusstsein muss wahrnehmen, das es nicht selbst göttlich, sondern nur Gottes Geschöpf ist. Kinder Gottes - und somit göttlich - wird dieses Selbstbewusstsein erst, wenn es sich durch die Aufnahme der Geistkraft Gottes durch diesen Geist führen, wandeln und "beherrschen" lässt.


im "Oben"




Wachstum in Dienmut (Demut)
Wachstum in Weisheit
Wachstum im Glauben (Vertauen)




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