Schattenarbeit



Unter "Schattenarbeitt" verstehe ich das Bewusst-Werden der eigenen Verhaltensmuster und deren Umgestaltung, an deren Ende letztendlich das eigenständig handelnde und selbstbewusste ICH stehen kann. Voraussetzung dafür ist das Wahrnehmen all dieser "unterbewussten" psychischer (persönlicher und unpersönlicher) Abläufe und Prozesse die eigentlich nicht im Fokus des EGO (des Zentrum unseres Alltagsbewusstseins) auftauchen, vor allem wenn sich dieses nach "Außen" in die sozialen Verpflichtungen und deren Abläufe hineinbindet.
Der "Weg nach Inne" kann in diesem Sinne auch als "Schattenarbeit" bezeichnet werden, oder "Helweg" (Unterweltsweg), in dem es um die Auseinandersetzungen mit dem eigenen "Untergrund" geht, der den Wünschen und Zielen des EGO's durchaus entgegen stehen kann, weil dieses EGO nur den bewussten Bereich der Seele wahrnimmt. Die Seele (oder das "Gemüt") umfasst alle Bereiche der psycho-somatischen Einheit "Mensch" und ist zudem verwoben mit allen Kräften des Kosmos. Über die Sinne mit der Welt die diesen Sinnen zugänglich ist (Sinneswelt) und über die Seele mit den Mächten, Kräften und Bewusstseinsformen, die "hinter den Körpern" wirken (Anderswelt, geistige Welt, Himmelreich usw.) Somit führt der Helweg in den Kosmos, die Sinnenwelt dagegen (nur) zur eigenen Wahrnehmung und Strukturierung des EGO. Die Körper der Wesen isolieren die Seele, damit sie sich individualisieren kann. Das Licht gibt den Sinnen die Möglichkeit der Begriffsbildung und der eigenständigen Handlung aus einem Zentrum (EGO) heraus. Bleibt dieses Zentrum nur mit den Sinnen verbunden (der "äußeren", sozialen Welt) dann verfestigt das EGO seine Isolierung, den seine eigentlichen Wurzeln, seine Willens- und Lebenskräfte stammen aus dem "Untergrund", der "psycho-somatischen" Einheit Mensch und deren Verwurzelung in die "psycho-somatische" Einheit Kosmos - oder "Großes Leben", Große Mutter, die (!) Gottheit usw. Beginnt das EGO sich diesen Kräften zu öffnen, diese sich zu erarbeiten, zu integrieren, sich ihnen zu "stellen", das wird aus dem EGO das ICH-BIN, das dem schöpferischen und selbstbewussten Zentrum des Kosmos entspricht.
Im ersten Teil wird der Prozess dargestellt, im zweiten (der Link ist ganz unten) einige der möglichen Archetypen im Unbewussten.

Das Fremde
(aus dem Außen)




Erschrecken
Erstaunen
Annahme
Ölpastell auf schwarzem Papier
Wir sind in unseren Denkmustern oft in einem gleichbleibenden System gefangen und erleben immer wieder dasselbe. Doch manchmal erweckt etwas unsere Aufmerksamkeit. Etwas völlig anderes. Wenn es uns fremd ist, kann es uns erschrecken und die Fesseln unsere Gewohnheiten lassen Aufmerksamkeit nicht zu. Entsteht jedoch eine innere Achtsamkeit, die sich der Fesseln bewusst wird, und somit das Fremde zugelassen wird, dann wird unser Interesse geweckt (das Kreuz deutet an, das es etwas mit dem eigenen Leben zu tun hat) und wenn wir ganz achtsam uns darauf einlassen, den fremden Gedankeninhalt, den fremden Menschen, das fremde Gefühl - damit es in uns wachsen und Frucht bringen kann - dann kann es unserem Ego "dämmern", das da "unter" ihm noch noch eine eigenständige Welt existiert, mit eigenen Gesetzten und Prozessen: Die Seele.


Ent-Bindung
(im Inne)



Opfer
Lösung
Mitnahme
Ölpastell auf schwarzem Papier
Thema: der bewusste Lösungsprozess
Idole sind vielfältig (innere Glaubenssätze, Lebensziele, materieller Besitz, soziale Verhaltensmuster usw) Man kann ihnen opfern, aber auch sich von dem befreien, was da auf den eigenen Schultern lastet. Im Bild ist diese Lösung durch einen anderen dargestellt. Das kann ein Guru, ein Freund, aber auch ein Feind sein, der die Gewohnheiten auflöst, oder bewusst macht. Und wenn diese Lösung bewusst vollzogen wird und aus eigenem Motiv erfolgt, dann kann aus der Bindung eine freie Verwaltung werden. Das Gute wird behalten und ins eigene Leben integriert.

Was wächst da in mir?




Erstaunen
Wahrnehmung
Freude
Stift auf weißem Papier
Das Ei symbolisiert (für mich) das ICH in der Seele, oder den bewussten Seelenkeim, aus dem die eigenständige Persönlichkeit wachsen kann. Im ersten Bild ist es das EGO, das noch fest in die unterbewussten Verhaltens-Muster gebunden ist. Im mittleren Bild wird sich die Seele ihrer Eigenständigkeit bewusst, ist aber noch in den unbewussten Bereich verwurzelt. Im rechten Bild haben Seele und Ei eine eigene Selbständigkeit und die Seele beginnt sich ihres Zentrums bewusst zu werden.

Das "Unten"

Sehnsucht
der spontane Einbruch
der freundliche Kontakt
Das Bild, das sich das EGO von der eigenen Seele macht ist von dessen Wünschen geprägt - sie können stimmen, oder auch nicht - oftmals geschieht jedoch ein spontaner Einbruch, der eher verstörend ist (Triebe, Muster wollen beachtet werden, bis hin zu körperlichen Symptomen) aber auch der "freundliche" Kontakt ist möglich. Nicht alles, was von "unten" kommt ist gefährlich (das Gesicht ist ein Baum)

Die Verarbeitung
(aus der Sicht des EGO)



Bändigung
Innenschau
Herrschaft
Bunt- und Bleistifte auf weisem Papier
Schlangen gehören für mich zum chtonischen (unterweltlichen) Bereich und dort wirksam. In unserer Kultur negativ besetzt, in anderen nicht. Im indischen Chakrasystem wird die Kundalini-Schlange erweckt und damit die Chakren belebt. Im linken Bild ist die Wahrnehmung der eigenen Bindungen und Umschlingungen dargestellt. Im zweiten die, daraus folgende Innenwahrnehmung (in die eigene Dunkelheit, die nicht formlos ist. Der Äskulapstab zeigt die Heilprozesse und die goldene Kugel den Gewinn. Im rechten Bild ist aus dem Ei ein Drache geschlüpft, der Stab des Handelns ergriffen (der einen Widderkopf trägt) und das ICH hat die Herrschaft über das EGO (Kreuz) angetreten.

Das Ich




ICH unterscheide
ICH rufe an
ICH handle (im Einklang)
Der Mensch erlebt sich in der Mitte eines Unten und eines Oben und lebt in der Mittelwelt. In den schamanischen Reisen zu den Wurzeln und zu den Ästen des Weltenbaumes wird dies auch erlebt. Im linken Bild erfolgt die bewusste Trennung und Wahrnehmung eines oberen Aspektes (Himmelsvater) und eines unteren (Erdmutter) und der Mensch kann bewusst unterscheiden. Im mittleren erlebt das ICH seine Verwurzelung mit seiner "Unterwelt" (Unbewussten) und wendet sich nach "oben", wie jede Pflanze. Das dass "Oben" auch im "Unten" verwurzelt ist, zeigt der blaue Lichtbalken. Im rechten steht das ICH handlungsfähig zwischen seinen lichten und dunklen Aspekten. Die Thurs-Rune symbolisiert die Verwandlung der inneren Triebkräfte in Willenskräfte.


Zu Teil Zwei



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